Google Maps 2.0 für iPhone, iPad und Android – Neues Design, verbesserte Navigation und jetzt auch für Tablets

Knapp eine Woche nach Veröffentlichung der neuen Google Maps 2.0 App für Android, war gestern der Tag für alle iOS User mit iPad und iPhone gekommen. Mit einem speziell für das iPad kreierten Design als auch einem Update für die iPhone Version, hielt Google sein auf der I/O vorgestelltes App-Versprechen mit einer Veröffentlichung noch in diesem Sommer. Erhältlich ist die App über Itunes und App Store für iOS Geräte als auch über Google Play Store für Android.

Wie bei der Android Version kommt die neue iOS-App mit vielen neuen Features wie zum Beispiel: Fahrradnavigation, Offline-Kartenmaterial, Live Traffic, Öffentliche Verkehrsmittel Darstellung als auch die Integration von Point’s of Interest’s, welche über das neue Feature „Entdecken“ aufgerufen wird.

Neues Design

Viele kennen sicherlich noch das Design der alten Google Maps App. Dieses hat sich seit Erscheinen der App für Iphone grundlegend geändert. Mit der seit gestern erschienenen Universal-App für alle iOS-Geräte als auch für Android, besteht ein brandneues „Flat-Design„. Dieses zeichnet sich durch ein neues „Weniger ist Mehr“, Bedienkonzept aus. Alles ist übersichtlicher angeordnet, neue knallige Farben und Icons existieren und die Texte erscheinen in einer vollkommen neuen Formatierung. Zu erkennen ist überwiegend die große Kartenansicht. Nur ein kleines Texteingabefeld weißt den Weg ins innere der Suche.

Über einen Reiter im linken oberen Bild wird eine Sidebar eingeblendet, welche verschiedenste Einstellungsmöglichkeiten beinhaltet. Hierbei handelt es sich um das Aktivieren und darstellen von: Verkehrslage, Öffenliche Verkehrsmittel, Fahrradwege, Satellitenkarte und zu den eigentlichen Einstellungen von Google Maps in denen das eigene Google Konto integriert werden kann als auch Maßeinheiten bearbeitet werden können.

Mit der Anmeldung des Google Kontos ist es möglich, die eigene Arbeit’s und Privatadresse zu hinterlegen als auch oft gesuchte Orte durch Speicherung nochmals aufzurufen. Des Weiteren können aufgerufen Orte bewertet und geteilt werden. Somit bindet Google sein soziales Netzwerk, verstärkt in die Maps-Applikation ein.

Fahrrad-Navigation

Mit Google Maps ist es nun auch für iPhone und iPad möglich, die nächste große Fahrradtour zu planen. Ging dies bisher nur auf dem Computer oder auf Android, kann man nun auch die iOS Geräte mit Navigationsdaten füttern. Sämtliche Daten für die Fahrradwege kommen von Google selbst als auch vom ADFC (Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club), mit welchen die Mountain Viewer aus Kalifornien eng zusammenarbeiten. Eine Vielzahl an Fahrradwegen fehlt allerdings noch.

Um diese Strecken zukünftig in Maps einzubinden, launchte Google im April diesen Jahres den Google Map Maker. Hier dürfen Fahrradbegeisterte User aber auch Karteninteressierte Hobbyfreunde, neue Routen selbst erstellen und an Google senden. Nach einer Prüfung wird diese Route dann freigeschalten oder auch nicht. Wer hierzu mehr wissen möchte, der schaut mal auf unseren Google Map Maker Artikel.

Funktionell ist die Handhabung der Fahrrad-Navigation genauso wie bei der Autonavigation. Routen innerhalb von Städten werden errechnet, genauso wie Routen zwischen weit entfernten Zielen. Um auf der Fahrt nicht mehr auf das Display schauen zu müssen gibt es jetzt auch für die mobile Fahrradnavigation eine Sprachsteuerung. Waghalsige Einhandfahrten am Lenker sind somit Passeé. Stark befahrene Straßen werden vom System vermieden und alle bekannten Radwege bevorzugt angezeigt.

Bei der dargestellten Fahrzeit werden fahrradrelevante Daten berücksichtigt: (Straßentyp, Anzahl der Kreuzungen und möglicher Live-Traffic auf der Route). 250.000 Kilometer Streckendaten hat Google vom ADFC erhalten und man erhofft sich dadurch, das Verkehrssystem in den nächsten Jahren massgeblich zu optimieren, verändern und in eine verbesserte Richtung mitgestalten zu können.

Live-Traffic und Öffentliche Verkehrsmittel

Bei der in Maps eingefügten Live-Traffic-Funktion, handelt es sich um eine Erweiterung welche die aktuelle Verkehrslage darstellt. Zur Verfügung steht diese Funktion derzeit in 13 Ländern. Aufgerufen und aktiviert wird es über die schon erwähnte Sidebar. Der Verkehrfluss wird dann zusätzlich zur Karte in den Farben Grün (fließender Verkehr), Gelb (Dichter Verkehr), Rot (Stau) und Schwarz+Rot (Stop and Go), angezeigt.

Plant man nun eine Route mit aktiviertem Live-Traffic, so rechnet Google Maps automatisch die Zeit aus, welche man benötigt um von A nach B inklusive Verkehrsaufkommen zu gelangen. Vor allem für lange Urlaubsfahrten mit Kindern erweist sich dieses Feature als überaus hilfreich um die Kleinen auf dem Rücksitz zu beruhigen.

Google Transit

Google hat nun auch seinen Dienst für öffentliche Verkehrsmittel weiter vorangetrieben. Nachdem dieser dienst überwiegend in den USA nutzbar war ist er jetzt auch in allen großen deutschen Städten verfügbar. Einzige Außnahme sind deutschlandweite Verbindungen der Deutschen Bahn, welche im gesamten Bundesgebiet verfügbar sind. Linien des öffentlichen Personennahverkehrs sind jedoch nur in Großstädten vorhanden.

Hier funktioniert aber alles bestens. Beim Test in Berlin wurden alle Möglichkeiten des Transportes (Sbahn, Bus, Tram und Ubahn), angezeigt. Zusätzlich kann sowohl die Abfahrtszeit als auch gewünschte Transportvariante gewählt werden. Um mit Google Transit eine neue Route zu erstellen, muss man den Start- und Zielort eingeben und “Öffentliche Verkehrsmittel” als Option anwählen. Es erscheinen sofort mehrere Vorschläge. Hier werden wie bei allen Navigationsprogrammen, die zeitlich nächsten Verbindungen dargestellt.

Auf einem heute durchgeführten Test in Berlin, gelangen allerdings nicht alle Routen auf dem schnellsten Weg zum Ziel. Stationen wurden teilweise nicht beachtet und eine Route aus mehreren Verbindungen mit unterschiedlichen Transportmitteln so gut wie nie angezeigt. Es gibt also hinsichtlich des Transit Features noch reichlich Verbesserungsbedarf. Die Umsetzung inklusive Design ist aber schon jetzt mehr als gelungen!

Entdecken

Das wohl allerneueste Feature in der Google Maps App ist die Funktion „Entdecken“. Sucht man nach einem Ort oder befindet man sich in einer bekannten großen Stadt, bietet Google nach dem Klick auf den Suchen Button, eine Karte mit der Aufschrift Entdecken. Betätigt man diese Karte gelangt man in eine Übersicht aus weiteren Karten. Diese sind unterteilt in Essen, Trinken, Einkaufen, Ausgehen und Übernachten.

Jedes dieser Optionen öffnet weitere Unterkategorien und zeigt einem somit, welche Möglichkeiten in der Nähe oder in einer gesuchten Stadt zur Verfügung stehen. Point’s of Interest werden damit noch intensiver und tiefgründiger in der Suche. Hat man ein Ziel gefunden welches den eigenen Ansprüchen gerecht wird, so besteht auch hier die Möglichkeit einer Bewertung des ausgewählten Restaurants, Modegeschäftes oder auch Partyclubs durch die Integration des Google Accounts.

Offline Kartenmaterial

Ist man einmal im Ausland und besitzt keine Möglichkeit Mobile Daten abzurufen, ist Google Maps mehr als nutzlos. Um dies zu umgehen entwickelte Google für Android die Möglichkeit Kartenmaterial Offline zu speichern. Diese Option ist in der iPhone allerdings noch nicht vorhanden. Es gibt jedoch einen Trick wie es trotzdem über Umwege funktioniert. Hat man eine Route oder Kartenausschnitt gefunden, so gibt man in das Suchfeld folgendes ein: „OK MAPS“.

Daraufhin speichert die App sämtliche Daten im Cache des Telefons ab und alle Daten sind auch Offline abrufbar. Dies ist höchstwahrscheinlich nur eine vorübergehende Lösung und wird in der kommenden Zeit an die Android-Version angepasst.

Hier findet man nach jeder Suche einen Button am unteren Bildschirmrand mit der Möglichkeit, das Kartenmaterial Offline zu speichern.

Fazit

Optisch wurde die App nochmals verbessert und auch technisch setzt Google Massstäbe in der Umsetzung. Kleine Verbesserungsmöglichkeiten wie die noch nicht ganz funktionierende Transit-Option, trüben das Bild jedoch nur gering. Die Fahrradnavigation macht einen riesigen Spaß und lädt ein zum Radeln in die frische Luft. Das finden von spezifischen Orten sowohl in der Nähe als auch an Plätzen in weit entfernten Städten ist dank „Entdecken“, kein Problem mehr! Am besten macht man sich selbst ein Bild und testet die App mit all Ihren neuen Features. Winlocal findet Google Maps 2.0 jetzt schon gelungen!

Was meint der Rest? Einfach in den Kommentaren verschieden Eindrücke berichten und Probleme, Lösungen als auch Tipps weitergeben!

Viel Spaß!

2 Kommentare zu „Google Maps 2.0 für iPhone, iPad und Android – Neues Design, verbesserte Navigation und jetzt auch für Tablets

  1. Dieter

    Ich vermisse in der neuen App die Möglichkeit, eine Route mit mehreren Zwischenzielen zu erstellen. Früher konnte man beliebig viele Zwischenziele zur Erstellung einer Route aufreihen ( ..“neues Zwischenziel“….). Wie geht das mit der neuen App?? Falls dies nicht mehr möglich sein sollte, kann man ja wohl kaum noch von einer Routenplanung sprechen; die App wäre für mich wertlos.
    Ich bedanke mich in Voraus für die Erklärung des Vorgehens, um die obige Zielsetzung zu erreichen.
    Mit bestem Dank für Ihren Support!

    Dieter

    Antworten
    1. Felix Zurke Post author

      Hallo Dieter,

      erst einmal Danke, dass Du unseren Artikel gelesen hast. Ich hoffe bis auf die Problematik Zwischenziele war er ausreichend interessant für Dich.
      Ja, das stimmt. In der aktuellen App gibt es keine Möglichkeit Zwischenziele einzufügen. Dieses Problem gab es am Anfang auch in der neuen Destkop-Version.
      Inzwischen kann man dort aber wieder Zwischenziele einfügen. Ich kann Dich also nur damit trösten bei Routenplanungen mit Zwischenzielen die Destkop-Version zu verwenden.

      Danke für Deinen Kommentar und bei weiteren Fragen einfach melden!

      VG
      Felix

      Antworten

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