Storytelling im Marketing: Erzählen Sie Geschichten, keine Märchen

Gutes Online Marketing erfordert gute Inhalte. Spätestens seit Google’s Panda Update ist „Content is King“ die angesagte Welle auf der jeder mitreiten möchte. Und vielleicht auch ein bisschen sollte. Denn das Internet ist ein Ort, an dem Sie sich und Ihr Unternehmen öffentlich darstellen. Ihren Inhalten sollten Sie deswegen ähnlich viel Aufmerksamkeit schenken, wie den Überlegungen, welchen Anzug Sie zum nächsten Geschäftstermin anziehen.

Storytelling: was hat das mit Marketing zu tun?

Wer über den Begriff Content-Marketing stolpert, der wird früher oder später auch dem Konzept des Storytelling begegnen und sich verwundert fragen „ich soll Geschichten erzählen?“. Ja, Geschichten schon, aber keine Märchen. Es geht beim Storytelling nicht um Schlangenöl oder Quacksalben. Verbraucher möchten nicht über’s Ohr gehauen werden, weder von falschen Versprechungen, noch vom Kleingedruckten auf der siebten Seite. Gutes Storytelling bedeutet, sich selbst, die eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen wahrheitsgemäß und spannend darzustellen.

Mit einer Geschichte können Marken und Produkte zum Leben erweckt werden. Damit unterstreichen Sie Ihre Corporate Identity und erzählen wer Sie sind, wofür Sie stehen und was Sie anstreben. Verbraucher können sich dann nicht nur leichter erinnern, sondern bekommen neben den Fakten auch ein Gefühl vermittelt (Sicherheit, Vertrauen, Zuneigung, gleicher Sinn für Humor, etc.).

Eine Story macht Fakten interessant

Mit einer guten Story machen Sie die Fakten rund um Ihr Angebot erst so richtig interessant. Vorteilhaft ist das vor allem für diejenigen, dessen Produkte leicht reproduziert werden können, denn dann sind nicht mehr nur die reinen Daten interessant, sondern der Lifestyle, Service oder auch die Community, in die man sich als Verbraucher „einkauft“. Mit gutem Storytelling werden Sie unter all Ihren Mitbewerben interessanter als die anderen. Dabei geht es darum, die eigene Zielgruppe zu kennen und dort abzuholen, wo sie steht.

Storytelling: der Unterschied zwischen Fakten und Stories

Abgesehen von der emotionalen Bindung, die durch Geschichten erreicht gefestigt werden kann, kann damit auch der Nutzen von Produkten oder Dienstleistungen dargestellt und vom Verbraucher schneller aufgenommen werden. Das gibt möglichen Interessenten, Kunden und nicht zu vergessen Ihren Mitarbeitern, die Möglichkeit sich mit Ihrem Unternehmen zu identifizieren – und es zu mögen.

Ich möchte hier kurz zwei unterschiedliche Beispiele aufzeigen, die mit Storytelling arbeiten, die von vielen vielleicht aber gar nicht als „Geschichten-Erzählen“ wahrgenommen werden. Die Kollegen von Studienkreis haben gerade erst mit ihrem Corporate Blog gestartet. Studienkreis bietet Nachhilfe für Schüler an und kennt sich dementsprechend hervorragend mit Lerntechniken aus, mit denen die Schüler konsequent ihre Noten verbessern. Der Blog soll nun zeigen, dass Studienkreis sich mit sämtlichen Fragen des Schulalltags beschäftigt und das zeigen die Kollegen zum Beispiel mit Geschichten. (Bitte klicken Sie auf das Bild um zum Originalbeitrag zu gelangen)

Storytelling und StudienkreisDas zweite Beispiel ist Carsten Hoppe, der Pommesbuden-Blogger aus Münster. Er hat, pünktlich zum Mai auf seinem Blog einen Beitrag zum Thema Kommunion und Catering geschrieben. Jetzt ist also der beste Zeitpunkt für einen Event-Caterer, um auf sich aufmerksam zu machen. Carsten Hoppe setzt dabei auf zwei Taktiken: Storytelling und SEO. (Ein Klick auf das Bild führt auch hier zum Beitrag)

Storytelling und SEOSeine Story beginnt damit, dass er nicht nur selbst zwei Kinder hat, sondern auch schon auf unzähligen Kommunionsfeiern war. Damit macht er deutlich, dass er versteht worum es geht und schafft Vertrauen. Außerdem ist der Beitrag so für Suchmaschinen optimiert, dass er für die Keywords „Kommunion + Münster + Catering“ auf der ersten Seite auftaucht. Die Idee dahinter ist, dass genau zu dieser Jahreszeit viele Eltern die anstehende Kommunionsfeier planen und dabei sicherlich auch bei Google vorbei schauen, um den passenden Caterer zu finden. Dadurch werden sie auf seinen Beitrag aufmerksam und er holt sie mit einer Geschichte ab, die zur Suchanfrage passt. So ist Suchmaschinenoptimierung mit Storytelling optimal verknüpft.

Die Story von der Beziehung zwischen SEO und Text

Suchmaschinenoptimierung ist eine Pflichtdisziplin für alle, die sich für Inbound Marketing im Internet interessieren. Texte und Keywords sind dafür ein wichtiger Bestandteil. Kurz zur Erinnerung: Neue Kontakte kommen im Internet fast von ganz alleine zustande, wenn man zu relevanten Suchanfragen möglichst weit vorne auftaucht. Lange hat Google den Keywords eine solch hohe Bedeutung zugewiesen, dass es zur Manipulation einlud. Die Herausforderung bestand also darin, das gewünschte Keyword möglichst oft auf einer Seite unterzubringen. Je öfter das Keyword auf der Seite vorkam, desto besser war das Ranking. Da Suchmaschinen kein ästhetisches Empfinden haben, haben sie sich für einige Jahre überhaupt nicht an solchen Texten gestört:

Storytelling vs. SEODieser Text ist weder Geschichte noch Märchen, sondern Spam, denn er bietet keinerlei Mehrwert und bleibt weder in Erinnerung, noch wird damit eine Beziehung aufgebaut. Allerdings muss man dazu sagen, dass es sich um ein Branchenverzeichnis handelt und der Mehrwert dieser Seite in den Adressen liegt, die unterhalb dieses Textes auftauchen.

Storytelling vs. SEO Inzwischen landet man mit solchen Texten nur noch schwer auf Platz 1. Aber noch vor ein paar Jahren hat Google über einen solchen Text gedacht: Wow! Der muss super-relevant für Leute sein, die die Suchbegriffe „Kredit + Online“ oder „Onlinekredit“ eingeben. Allerdings ist dieser Text für Nutzer noch frustrierender, als der mit dem Fahrradladen, denn es gibt an dieser Stelle überhaupt keinen Mehrwert, es sei denn einer der Links führt zu einem funktionierenden Vergleichsportal für Onlinekredite.

Dass solche Texte die Qualität der Suchergebnisse mindern, hat auch Google erkannt und jahrelange Tests mit echten Nutzern (also Menschen) durchgeführt, die Texte nach ihrem Spamgrad bewertet haben. Daraus hat Google dann Gemeinsamkeiten abgeleitet und in den Algorithmus integriert, damit auch die literarisch nicht so anspruchsvolle Suchmaschine Spam von echten, leidenschaftlichen Texten unterscheiden kann. So ganz gelingt das nicht immer, im Kontext des Panda und des semantischen Webs, gibt es jedoch Hoffnung, dass die ersten Plätze zunehmend mit qualitativ hochwertigen Inhalten besetzt sind. Und die Moral von der Geschichte? Wer zu relevanten Suchanfragen gefunden werden möchte, der braucht Texte, die sowohl Menschen als auch Algorithmen gefallen. Zum Thema optimale Termgewichtung gibt es übrigens hier eine tolle Geschichte: www.karlkratz.de/onlinemarketing-blog/seo-keyword-density/

Geschichten machen Marken lebendig

Ein erfolgreicher und konsistenter Markenaufbau ist ohne das Bewusstsein für die eigene Story unmöglich. Die Gründungsgeschichte eines Unternehmens zeigt warum, unter welchen Umständen und mit welchen Zielen es gegründet wurde. Dazu gehören auch die Werte, Ziele und Visionen eines Unternehmens. Geschichten können der Marke Leben einhauchen. Damit diese Geschichten echt und glaubwürdig wirken, sollte die Essenz auf allen Kanälen und Touchpoints konsequent umgesetzt werden. Das heißt, dass die Markengeschichte, also das Wesen der Marke, auf allen Kanälen gleich ist. Anders ausgedrückt: Sie sollte sich nicht widersprechen, sonst wirkt das verwirrend und unecht auf Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter zugleich.

Nutzergenerierte Inhalte: Geschichten werden auch von Kunden erzählt

Das besondere am Internet ist, dass Ihre Kunden sich nun am Storytelling beteiligen können. Das ist vor allem dann Vorteilhaft, wenn zufriedene Kunden gute Bewertungen und Erfahrungsberichte auf Portalen wie Qype oder KennstDuEinen hinterlassen. Denn diese Art von Story ist die glaubwürdigste, die Sie sich wünschen können. Storytelling findet allerdings nicht nur auf Bewertungsportalen statt, sondern auch auf sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel hier auf Twitter. Klicken Sie auf das Bild, um die Geschichte rund um die Einführung einer neuen Geschmacksrichtung zu lesen.

  Storytelling und Content Marketing

Zum Schluss empfehle ich Ihnen eine Story, die über die Telekom geschrieben wurde. Ein junger Mann wollte seinen Mobilfunkvertrag kündigen, weil er ins Ausland gegangen ist. Aber das war gar nicht so einfach…

Eine Story über die Telekom

Klicken Sie auf das Bild, um die ganze Geschichte zu lesen oder hier.

6 Kommentare zu „Storytelling im Marketing: Erzählen Sie Geschichten, keine Märchen

  1. Asokan von linkbird

    Gerade das Telekom-Beispiel zum Schluss des Beitrags zeigt, dass beim Storytelling es nicht so sehr darauf ankommt, dass die Story einen positiven Ton über die Firma anschlägt. Wie man schon zu Urzeiten meinte, „bad publicity“ sei „good publicity“ kommt es in erster Linie darauf an, dass über einen Brand gesprochen wird. Gerade die neueste Aufregung über die Telekom wegen ihres Plans, DSL-Flatrates abzuschaufen, steigert wieder ihre Bekanntheit. Und so gehört es zum guten Storytelling auch, aus dem Brand eine bestimmte Figur mit Fehlern und Qualitäten zu bauen, mit der sich die Kunden auseinandersetzen können, sei es nun positiv oder negativ. Das macht Content Marketing ja letztlich auch so interessant. :)

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  2. Nils Terborg

    Sehr schön, vor allem, dass es auch mal ein paar greifbare und „nachfühlbare“ Geschichten mit an die Hand gibt. Für einen Artikel über Storytelling ja nicht das unwichtigste;-]

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  3. Pingback: 6 Tipps, um das Social Media Engagement zu steigern - Business-Academy-Ruhr

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